Object - Datensatz
 
Medien
Permanente URL
http://data.tmw.at/object/164319
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TURTLE
Identifikator
164319
Inventarnummer
16756
Datensatzart
OBJECT
Standort
K6713
Sammlungsgruppe
Titel
Benz Patent Motorwagen "Modell 1" (Benz Dreirad)
Beschreibung
Der Benz Patent Motorwagen "Modell 1" gilt als erster Motorwagen der Welt. Das dreirädrige Fahrzeug wurde 1885 von Carl Benz entwickelt und am 29.1.1886 mit der Nummer 37435 patentiert. Diese Nachbildung des ersten Benz-Automobils mit der Erzeugungsnummer M. 49 wurde vermutlich im Jahr 1939 von den Merzedes-Benz-Werken (sic!) in Unter Türkheim angefertigt. Der offene zweisitzige Dreiradwagen besteht aus einem Gestell aus Stahlrohren, ein Konstruktionsprinzip aus dem Fahrradbau. Auf dem Stahrrohrrahmen sind der Motor und eine mit schwarzem Leder bezogene Sitzbank montiert. Unter der Sitzbank befindet sich eine Fußablage aus Holzbrettern. Auf der rechten Seite ist am Metallgestell der Fußablage eine Aufsteighilfe angebracht. Das Gestell, die Fußablage und die drei Zentralspeichenräder sind schwarz lackiert, die Sitzbank ist mit blauem Leder bezogen. Die Räder sind vollgummibereift und an beiden Hinterrädern sind Blattfedern angebracht. Der einzylindrige Motor ist hinten liegend über der Hinterachse angebracht und hat eine Leistung von 3/4 PS bei 490 U/min (im Leerlauf sind es 780 U/min) und einem Hubraum von 457ccm. Der Verbrauch liegt bei 8.4 Liter Benzin pro 100 km. Der Motor trägt die Gravur "Benz Mannheim". Das Schwungrad ist anders als bei den nachfolgenden Modellen Victoria und Comfortable horizontal angebracht. Der Motor verfügt über ein gesteuertes Ein- und Auslaßventil (der Einlass wird mittels Schieber gesteuert, der Auslass mittels Tellerventil), Oberflächenvergaser und Verdampfungskühlung. Die Kühlung erfolgt durch einen zylinderförmigen auf den Motor aufgesetzten Dampfdom. Gezündet wird er durch eine Batterie-Hochspannungszündung. Der Zündknopf befindet sich links unter der Sitzbank. Sie ist durch eine Leitung mit der Batterie verbunden, die unter dem rechten Fahrersitz angebracht ist. Hinter dem rechten Fahrersitz befindet sich ein Holzkasten für eine zusätzliche Batterie. Die Kraftübertragung erfolgt durch einen gekreuzten Riemen auf das Vorgelege und von dort mittels Ketten auf die Hinterräder. Gelenkt wird das Dreirad über eine Lenkkurbel, die auf der Lenkstange montiert ist. Gangschaltung gibt es keine. Gebremst wird mittels einer Bandbremse auf das Vorgelege. Der links am Wagen angebrachte Bremshebel diente auch zum Verschieben des Antriebsriemens. Der Nachbau des Benz-Patent Motorwagen wurde am 16. November 1940 feierlich dem Museum übergeben. Hintergrund dieses Geschenks war die Kontroverse um den Siegfried Marcus Wagen (Inv.Nr.), der im Technischen Museum als "erstes Automobil der Welt" ausgestellt worden war. Die nationalsozialistischen Machthaber und der Daimler-Benz Konzern wollten den aus einer jüdischen Familie stammenden Siegfried Marcus nicht als Erfinder des Automobils ausgestellt sehen und übergaben daher diese Replika. Der Siegfried Marcus Wagen (Inv. Nr. 1404/1) wurde aus der Ausstellung entfernt.
Objektbezeichnung
Maße
Breite: 255.0cm
Tiefe: 150.0cm
Höhe: 150.0cm
Masse: 263.0kg