Object - Datensatz
 
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Identifikator
111008018
Inventarnummer
03-PA
Datensatzart
OBJECT
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Titel
Archiv für österreichische Postgeschichte
Ebene
SECTOR
Umfang
rd. 300 Laufmeter
Beschreibung
Das Archiv für Postgeschichte bewahrt Schriftgut, Bild-, Plan- und Kartenmaterial des ehemaligen Wiener Post-und Telegraphenmuseums (1891-1992). Die mengenmäßig größten Bestände sind der Bestand an Bildern und Fotografien, der inkl. Werbematerial (u.a. Plakate) und Dias/Negativen rund 43 Laufmeter umfasst; weiters die Sammlung an Postroutenkarten, Landkarten und anderen Karten (rund 39 Laufmeter) sowie der Bestand "Fernmeldetechnik" (24 Laufmeter). Die Bestände "Fernmeldetechnik" und "Transport" korrespondieren teilweise mit den Objektsammlungen des ehemaligen Postmuseums, da sie vielfach Bedienungsanleitungen oder Konstruktionspläne von Objekten enthalten. Nur zu einem geringen Bruchteil vertreten ist die Philatelie, da der Plan aus der Anfangszeit des Postmuseums, eine Wertmarken- und Stempelabteilung aufzubauen, Anfang der 1920er Jahre aufgegeben werden musste. Der historische Kern der Sammlungen des Postmuseums – 1930 umbenannt in Post- und Telegraphenmuseum – entstand vor und nach Eröffnung des Museums, das zwischen 1891 und 1914 in einem Teil der Rotunde im Wiener Prater untergebracht war. Die Objekte und Archivalien kamen zum größten Teil aus den Kronländern Böhmen, Mähren und Niederösterreich und waren in erster Linie Schenkungen von Postbediensteten aller Rangstufen. Ergänzend kamen in Auftrag gegebene Modelle, sowie Bilder - vielfach von Postbeamten gemalt - und Druckgrafiken ins Museum. Der Schwerpunkt der Sammlungen lag auf der Zeit zwischen 1750 und 1850 - wenige Einzelstücke datieren bis in die Zeit vor 1500 - und erweiterte sich mit gegenwartsbezogenen Dokumenten erst ab 1910. Eigene Archivräume gab es nicht; was an Materialien inventarisiert wurde - ressourcenbedingt oft zeitverzögert -, fand Platz in Schrankvitrinen und Kästen. Die Übersiedlung ins Technische Museum erfolgte 1913/14. Unterstellt und weisungsgebunden blieb das Postmuseum weiterhin – und zwar bis 1980 – der Generaldirektion der Post- und Telegraphenverwaltung. Ab Mai 1923 wurde das Postmuseum phasenweise für das Publikum geöffnet, nicht jedoch das Archiv, zumal es auch im neuen Haus keine gesonderten Räumlichkeiten zur Aufbewahrung des Archivguts gab. Archivalien verteilten sich offenbar in Büros und versperrbaren Vitrinen in der Schausammlung. Versuche einer Neuinventarisierung sind für Mitte der 1930er Jahre überliefert; beim "Anschluss" 1938 waren sie vermutlich noch im Gange. Die zwischen 1889 und 1937/38 geführten Inventarbücher sind A I und A II. Ende der 1930er Jahre ("Vor 1938") wurde ein Inventarbuch B angelegt (150 Seiten, 4819 Posten), in dem eine Neuvergabe der Signaturen bzw. Inventarnummern nicht mehr nach Eingang, sondern nach der historisch-thematischen Gliederung der Ausstellungsräume von der Römerzeit bis zur Moderne erfolgte; ein Prinzip, das auch das Inventar C, angelegt zwischen 1950 und 1956, beibehielt. Zu welchem Zeitpunkt das Provenienzprinzip zugunsten einer thematisch-inhaltlichen Systematisierung aufgegeben wurde - frühestens Ende der 1930er Jahre, spätestens Anfang der 1950er Jahre - und als Folge Nachlässe wie jener von Baurat Granfeld auseinandergerissen wurden, ist derzeit nicht geklärt. Infolge der zunehmenden Verlagerung des Sammlungsschwerpunkts auf die "Fernmeldetechnik" vergrößerten sich ab den späten 1920er Jahren und besonders im Laufe der 1950er Jahre die Archivbestände zu Sparten der Telekommunikation wie Rundfunk, Richtfunk, Telefon und Telegraphie. 1952/53 schritt man zur erneuten Inventarisierung der Objekte und begann mit einer Neuordnung des Archivs, für das inzwischen eigene Räumlichkeiten zur Verfügung standen. Die Erweiterung der Objekt- und Archivbestände erfolgte weiterhin in erster Linie über Schenkungen vor allem über die Post-Generaldirektion (z.B. Fotoalben). Die Schausammlung wurde neu aufgestellt - wie zuvor in chronologischer Epochenabfolge - und 1958 eröffnet. In dieser Zeit entstanden die letztüberlieferten Findmittel für einige Bestände des Postarchivs. Neuerwerbungen wurden ab den 1970er Jahren spärlicher, eine Systematik in der Sammlungspolitik ist nicht erkennbar bzw. nicht überliefert. Archivalien zur Fernmeldetechnik zum Postwesen decken nur mehr die späten 1960er und frühen 1970er Jahre ab (erste elektronische Rechner). 1980 wurde das Museum aus dem Bereich des Bundesministeriums für Verkehr in jenen des Bundesministeriums für Wissenschaft und Forschung übertragen und dem Technischen Museum als Abteilung angegliedert. Im Zuge des Umbaus und der Neueinrichtung des Technischen Museums (1992-1999) wurde auch das Post- und Telegraphenmuseum für die Öffentlichkeit geschlossen, Objekte und Archivalien ausgelagert. Bei der Einrichtung der Abteilung „medien.welten" ab 2001 wurden Post und Fernmeldetechnik räumlich und inhaltlich ins Konzept der "medien.welten" integriert. Die Archivalien des früheren Museums wurden vom Archiv des Technischen Museums übernommen und in die Bestandsstruktur des TMW-Archivs eingegliedert. Die Bücher und Zeitschriften der "Postbibliothek" wurden analog in die TMW-Bibliothek übernommen. Der größte Teil der Postarchivalien wird im Haus im Tiefspeicher gelagert. Großformatige technische Zeichungen und Gemälde, sowie diverse Lehrmittel und Warenverzeichnisse der Postzeugverwaltung aus den 1960er und 1970er Jahren werden im Außendepot Breitensee gelagert. Im Sammlungsbereich Postwesen und Fernmeldetechnik werden Neuzugänge in folgenden Fällen gesammelt: aktiv im Bedarfsfall, wenn – wie bei historischen Telegrammen – Lücken in einem Sammlungsbestand bestehen, und anlassgebunden, wenn sich – wie bei Sonderbriefmarken – die Sammlungsbereiche des Museums darin widerspiegeln; passiv bei Gelegenheit im Fall von externen Schenkungs- oder Ankaufsangeboten. Aus praktischen Gründen findet sich die überwiegend analoge Nachrichten- und Speichertechnik vor 1990 im Sammlungsbereich 03-PA unter Signatur FMT. Unterlagen zur digitalen Nachrichten- und Speichertechnik ab den 1990er Jahren finden sich im Archiv für Technikgeschichte 01-TA unter BPA-33 ("Telekommunikation").
Permanente URL
https://data.tmw.at/object/111008018
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TURTLE