Object - Datensatz
 
Medien
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Identifikator
111012298
Inventarnummer
TRA-07-03-023
Datensatzart
OBJECT
Standort
B15,c03
0.00.00.0false
Titel
Stundenpass Radstadt - Mauterndorf
Ebene
ITEM
Beschreibung
Formularvordruck in Heftform und zwei lose "Beilage"-Formulare für den Postkurs von Radstadt nach Mauterndorf über den Tauern-Gebirgspass. Der eigentliche "Stundenpaß" besteht nur mehr aus erstem und letzten Blatt ("Übersicht über die Hinfahrt - Überfahrt über die Rückfahrt") und hat innenseitig acht Reste von Einlageblättern mit Vermerken jeder Poststation zum übernommen Postgut. Reste von strichlierten Trennlinien am Rand der Einlageblätter deuten darauf hin, daß zur Kontrolle ein Gegenstück in der jeweiligen Poststation verblieb. Die Ortseintragungen mit Stempeln betreffen die Stationen Radstadt - Untertauern - Obertauern - Tweng (wo der Postwagen um 1 Stunde 10 Minuten verspätet eintraf) - und Mauterndorf. Die Postfahrt begann am 30. Jänner in Radstadt um 8:15 und kam in Mauterndorf um 14.30 an; die Retourfahr von M. aus begann am 31. 1. um 6:55 und endete in Radstadt um 14 Uhr. In den losen, fragmentarisch erhaltenen "Beilagen" wird die Mitnahme von Passagieren auf der Hin- und Rückfahrt verzeichnet. Wie bei TRA-07-03-022 für den Arlbergkurs Bludenz-Landeck, handelt es sich hier um einen der letzten Stundenpässe für "Eil- oder Malleposten" auf der Salzburger Gebirgsstrecke über den Tauernpass. Mit 1. 2. 1916 wurde die in den 1860er Jahren eingeführte "Post-Eilfahrt" über den Tauernpass - den keine Eisenbahn querte - durch eine "Postboten-Fahrt" ersetzt, bei der an erster Stelle wieder die Beförderung von Postgut, nicht aber von Reisenden stand. Fahrkarten konnten nicht mehr im voraus für die ganze Strecke erworben, sondern mußten von Station zu Station neu gekauft werden, und die Zahl der Sitzplätze wurde von 15 auf 10 verkleinert. Die Bergstrecke Radstadt - Mauterndorf war einer der letzten Poststrecken, auf der Eilfahrten entweder eingestellt oder wie in diesem Fall, wo es keine Verkehrsalternative gab, durch eine reduzierte Variante ersetzt wurden. Dieser Prozess begann in den 1890er Jahren, als sich das Netzwerk aus Lokal- und Nebenbahnen in Österreich verdichtete und das endgültige Aus für viele Postkutschenkurse bedeutete, die lange als Ergänzung zu den Hauptlinien der Eisenbahn fungiert hatten. Die Eilfahrten, ab 1860 als "Eilfahrten neuen Systems" in Österreich eingeführt, sollten in einer Art Kostenkooperation zwischen Ärar und den Postmeistern funktionieren, die üblicherweise das Geschäft mit Postreisenden auf eigene Rechnung und eigenes Risiko besorgten. Staatlicherseits wurde ein viersitziger Wagen gestellt, der alle Stationen in Abstimmung mit den Postkursen ins Umland bediente und sowohl Briefpost als auch Reisende aufnahm. An den Stationen wurden zwar die Pferde, nicht aber der Wagen gewechselt. Zusätzliche Reisende mußten in einem Beiwagen befördert werden, den der Postmeister bereithielt. Die Postmeister waren außerdem für die beförderten Postsendungen haftungs- und ersatzpflichtig, weil der dafür verantwortliche ärarische Kondukteur für diese Eilfahrten "neuen Systems" staatlicherseits eingespart wurde.
Objektbezeichnung
Akteur
Permanente URL
https://data.tmw.at/object/111012298
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TURTLE