Object - Datensatz
 
Medien
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Identifikator
111020979
Inventarnummer
PVB-08-0022-01-13
Datensatzart
OBJECT
Standort
B13,b05
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Titel
Im Postamt von Salonich (Thessaloniki)
Ebene
ITEM
Beschreibung
Teil der Serie "Österreichische Postanstalten in der Türkei": Im Schalterraum des österreichischen Postamts im damals (vor 1912) türkischen Salonich (heute: Saloniki, Thessaloniki). Verschließbare Brieffächer - darüber ein gerahmtes Portät Kaiser Franz Josephs II und eine Wanduhr - und die übliche Schalterwand mit Schiebefenstern nehmen den größten Teil der Wand ein. Hinter den beiden Fenstern zwei Beamte in Sakko und weissem Hemd. Der ca. 1895-1902 für die Levante-Postämter zuständige Sektionrat Alexander Eberan v. Eberhorst erwähnt 1913 in einem Vortrag, der die Arbeit der österreichischen Post möglichst vorteilhaft beleuchtet, daß in allen größeren Ämtern mit starkem Postaufkommen "Schließfächer nach amerikanischen System (letter boxes)" installiert worden sind ("aber zu Ihrer Beruhigung sei es gesagt, von einer einheimischen Firma"), die das Publikum gegen eine mäßige Gebühr mieten kann. - Bei der "einheimischen Firma" dürfte es sich um die Wiener Firma Wertheim gehandelt haben. (vgl. PVB-08-0022-18) Das Postamt wurde 1833 errichtet, unterstand dem Botschaftspostamt in Konstantinopel und stand in Konkurrenz zu ebenfalls in Salonich eingerichteten französischen und englischen Postämtern. Die Aufnahme wurde unmittelbar vor oder nach einer drastischen Aktion gemacht, mit der die Türkei versuchte, fremde Postanstalten zugunsten der osmanischen Post auszuschalten: Am 15. Mai 1901 konfiszierten osmanische Bahnhofsbeamte kurzerhand alle fremden Postsäcke und ließen den Inhalt durch eigenes Personal zustellen. Die Machtdemonstration endete im Chaos, da es zuwenig geschultes Personal gab und die einheimischen Austräger, die die Adressen nicht lesen konnten, in ihrer Verzweiflung die Briefe wieder in die Briefkästen der fremden Postämter einwarfen. Mehrere Jahre nach dieser Aufnahme - im August 1912 - wurde das k.k. Postamt durch eine Paket- oder Briefbombe der "Komitadschis" - Mitglieder einer Untergrundbewegung in Griechenland, die gegen die osmanische Herrschaft kämpften - zerstört. Das Postpersonal wurde glücklicherweise nur leicht verletzt. Vom August desselben Jahres existiert der Entwurf eines Schreibens aus dem Wiener Postmuseum an den Leiter des Postamts in Salonich, Michael Ritter von Vucetich-Bieliz, in dem um Fotos der zerstörten Amtsräume samt einer "getreuen, wenn auch kurz gefaßten Darstellung des ganzen Vorfalles" gebeten wird. Das Schreiben vom 22. August traf am 2. September in Salonich ein und landete drei Tage später auf dem Schreibtisch des Postamtsleiters. Dieser entschuldigte sich im Antwortbrief, derlei Bilder "nicht sofort" übermitteln zu können, da der Ortsfotograf "infolge starker Nachfrage dieselben momentan nicht liefern kann." Nach dem Zweiten Balkankrieg fiel Salonich im August 1913 samt dem südlichen Makedonien definitiv an das griechische Königreich. Das k.k Postamt blieb, wie die neun anderen auf nun griechischem Boden, bis 15. Dezember 1914 in Funktion. Vgl. PVB-08-0022-01-27 und PVB-08-0022-01-49
Objektbezeichnung
Maße
Höhe: 28.0cm
Breite: 35.0cm
Höhe: 14.2cm
Breite: 22.9cm
Feinerschlossene Gruppen
Permanente URL
https://data.tmw.at/object/111020979
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TURTLE