Object - Datensatz
 
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Identifikator
111030805
Inventarnummer
FeP-03-02
Standort
B13,c02
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Titel
"Heimatbriefe" - Kriegspropagandablätter der Deutschen Reichspost in Österreich
Ebene
SERIES
Umfang
7 Kartons, rd. 1100 Stück
Beschreibung
Es handelt sich um in Maschinschrift verfasste und überwiegend hektografierte, sogenannte "Feldpostbriefe" oder "Heimatbriefe" von rund 30 Wiener, österreichischen und mährischen Post- oder Fernsprechämtern bzw. diversen Postorganisationen vor allem aus den Jahren 1942 und 1943. Die meist DINA4-formatigen Blätter sind zum Teil mit Zeichnungen, einige wenige Exemplare mit aufgeklebten Fotos versehen. Der Inhalt ist eine Mischung aus Nachrichten von, und an eingerückte Post- und Fernmeldebeamte, Stimmungsberichten und Anekdoten von der Front, Festtagsgrüßen und Gedichten, harmlos-groben Witzen und NS-Kriegspropaganda. Vielfach sind dem Beginn markige Sprüche Adolf Hitlers vorangestellt. Verfasst wurden die Blätter im Auftrag diverser Propagandabteilungen der Reichspost von Betriebsangehörigen an der "Heimatfront" in Post- oder Fernsprechämtern bzw. in den Reichspostdirektionen. Erhofft wurden im Gegenzug "authentische" Berichte aus dem selbstverständlich siegesgewissen Frontalltag, die in diese Rundschreiben eingearbeitet wurden. Einige überlieferte Korrespondenzstücke von Soldaten in handschriftlicher Briefform deuten darauf hin, daß es zumindest fallweise tatsächlich persönliche Briefe von der Front gab. Die Berichte von der Front oder Grüße und Meldungen an die eingerückten Kollegen wurden in Maschinschrift übertragen und je nach Menge der Adressaten hektografiert, in seltenen Fällen - wenn man mit einem großen Empfängerkreis rechnete - gedruckt. Blätter, die offenbar einzeln und nicht paketweise verschickt wurden, tragen auf der letzten oft ein vorgedrucktes Addressfeld. Versendet wurden sie unfrankiert als "Feldpost", selten als "Drucksache". Belegexemplare in dreifacher Aufertigung wurden an die Bücherei des Reichspostmuseums versendet (vgl. "Heimatbrief des Postamtes Gmünd 1", Folge 22), vermutlich als künftige Dokumente der Feldpost in "Grosser Zeit". Überliefert sind meist wenige Folgen bzw. unvollständige Jahrgänge; mitunter sind es nur als "Abschriften" titulierte Kopien in loser Zettelform, manchmal auch die Originaltexte in Maschinschrift. Nach 1945 vermied es im Postmuseums zwar ausstellungsmäßig, an den jüngsten Krieg zu erinnern; aufbewahrt wurden diese Relikte der NS-Kriegspropaganda dennoch.
Objektbezeichnung
Permanente URL
https://data.tmw.at/object/111030805
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TURTLE