Beschreibung
Das Lloydarsenal zu Triest um 1910: In den beiden Docks der Werft wurden zahlreiche Reparaturen und (bis 1909) Schiffsneubauten durchgeführt. (In den Werkstätten befanden sich Schlossereien, Schiffszimmereien, Konstruktionssäle und alle sonst für einen Werftbetrieb notwendigen Einrichtungen.)
Ab 1853 errichtete der Österreichische Lloyd das Arsenal in San’ Andrea (in der Bucht v. Servola bei Triest), welches 1861 eröffnet wurde. Auf 114.000 m2 waren 3000 Arbeiternehmer beschäftigt, neben einem Trockendock existierte eine 241m lange Helling. Das zwischen 1856 und 1861 errichtete Trockendock des Arsenals war mit einer maximalen Tiefe von 6,64 Metern für die neuen großen Eisenschiffe dimensioniert. Um den sehr unterschiedlichen Schiffsgrößen Rechnung zu tragen, wurden im vorderen Dock-Teil fünf Nuten in Abständen von knapp neuneinhalb Metern für die Aufnahme des Schwimmtors angebracht: dadurch konnte das notwendige Wasservolumen an die jeweilige Schiffslänge angepasst werden. Bei kleinen Schiffen wurde das Schwimmtor entsprechend nach innen gesetzt, wodurch verhindert wurde, dass eine unnötig große Wassermenge abgepumpt werden musste.
1909 wurde die Werft San Rocco in eine eigene Gesellschaft umgewandelt, an der der Österreichische Lloyd und die Stabilimento Tecnico Triestino je 50 Prozent hielten. Während die Aufträge für zivile Schiffsneubauten von San Rocco und jene für Kriegsschiffe von San Marco übernommen wurden, wurden vom Lloydarsenal nur mehr Reparaturarbeiten durchgeführt. Die Arsenalgründe wurden großteils vom Österreichischen Staat gekauft und für die Vergrößerung des neuen Kaiser-Franz-Josefs-Hafens verwendet. Der letzte im Lloydarsenal fertiggestellte Schiffsneubau war der Personendampfer "Helouan", der 1912 vom Stapel lief.