Object - Datensatz
 
Medien
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Identifikator
235813
Inventarnummer
56198
Datensatzart
OBJECT
Standort
K9631AD
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Titel
Rundfunkempfänger Volksempfänger TeKaDe VE 301 Dyn GW
Beschreibung
War die Bezeichnung „Volksempfänger“ ursprünglich nur eine Umschreibung für ein leistbares Gerät, so wird daraus unter nationalsozialistischer Federführung ein Einheitsempfänger, den 28 deutsche Radiofabriken „in völlig gleichartiger Konstruktion“ und großer Stückzahl zu entsprechend niedrigen Kosten herstellen müssen. Der Volksempfänger VE 301 (in Erinnerung an den 30. Januar, den Tag der Machtergreifung der NSDAP) soll nicht mehr als 76 Reichsmark kosten. Technische Vorgabe ist es, damit überall in Deutschland einen der Reichssender sowie den Deutschlandsender empfangen zu können. Die Möglichkeit, Auslandssender zu empfangen, entfällt damit nicht grundsätzlich, hat aber keine Priorität, nachdem die Bevölkerung vor allem die Propaganda des Regimes hören soll. Die Berliner Funkausstellung des Jahres 1933 steht im Zeichen des Volksempfängers, der, laut Goebbels, die beste Möglichkeit darstelle, „die breiten Massen wirksam in den Rundfunk einzuschalten“. Eingebaut in ein Bakelitgehäuse kommt das Gerät zum vereinbarten Preis von 76 RM auf den Markt. Eine offizielle Ratenvereinbarung soll weniger begüterten Zeitgenossinnen und Zeitgenossen den Ankauf erleichtern. Doch erreicht man damit die Gruppe der kleinen Angestellten, nicht aber die Masse der Arbeiter, für die der Preis noch immer zu hoch ist. Trotzdem ist der Absatz in den folgenden Monaten bemerkenswert. 1938 bekommt der Volksempfänger einen billigeren und technisch verbesserten Nachfolger. Ausgestattet mit einem dynamischen Lautsprecher sowie einer „Stationsnamenvollsichtsskala“, auf der „alle Sender Großdeutschlands“ eingetragen sind und neben der das Hakenkreuz-Symbol prangt, kostet das Modell nur noch 65 RM. Die Zahl an Rundfunkteilnehmern im Dritten Reich hat sich von der Machtergreifung der Nationalsozialisten Anfang 1933 bis Anfang 1937 von viereinhalb auf achteinhalb Millionen fast verdoppelt. Der Zuwachs geht vor allem auf die mittlerweile in Umlauf befindlichen Volksempfänger zurück, die den anfangs elitären Rundfunk zu einer „Sache des ganzen Volkes“ gemacht hätten. Hinter der Selbstbeweihräucherung des Regimes, den Menschen Modernität und Wohlstand zu bringen, steht freilich der Plan, die ganze Nation zu einer monolithischen Hörergemeinschaft zu verschweißen. Alle Volksgenossen sollen Hitlers Reden lauschen können: „Ganz Deutschland hört den Führer mit dem Volksempfänger“, schreit es von einschlägigen Werbeplakaten der Reichsrundfunkkammer. Ein Postulat, das nach dem „Anschluss“ auch für Österreich gilt.
Akteur
Maße
Breite: 27.5cm
Tiefe: 21.0cm
Höhe: 32.0cm
Feinerschlossene Gruppen
Permanente URL
https://data.tmw.at/object/235813
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TURTLE