Object - Datensatz
 
Medien
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Identifikator
595623
Inventarnummer
95696
Datensatzart
OBJECT
Standort
K7602
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Sammlungsgruppe
Titel
Teil einer Aufzugstür mit Münzeinwurf
Beschreibung
Der Personenaufzug des Hauses Trautsongasse 6, 1080 Wien, war exklusiv ausgestattet mit Holzvertäfelung, Spiegel und Sitzbank (siehe Fotos). Er wurde elektrisch betrieben, wobei die Gegengewichte in einem ummantelten Holzkanal im Hof verliefen. Gestattet war nur Auffahrt, Abfahrt war verboten. Bedient wurde er vom Hausmeister. Um 1950 wurde der Aufzug mit einem Münzeinwurf der Fa. Senft versehen, seitdem war für die Fahrt 1 Schilling zu bezahlen. Das war nicht gerade billig und entsprach in etwa dem damaligen Wert eines Straßenbahnfahrscheins. Auf heutige Preise umgerechnet, entspräche dies etwa 1 Euro. Für die Mieter im 1. Stock war die Liftgebühr, so Frau Rognebakke, kein Problem, sie konnten leicht zu Fuß gehen. Die Bewohner im obersten Stockwerk seien schon eher unzufrieden gewesen. Sie hätten des öfteren das Schließen der Aufzugstüre mit einem Gegenstand blockiert, um ohne Münzeinwurf fahren zu können. Der Münzbehälter wurde vom Hausmeister geleert. Die Einnahmen gehörten ihm, waren Teil seines Gehalts. Die Verpflichtung zum Münzeinwurf bestand bis mindestens in die 1970er Jahre. Danach wurde ein Schloss eingebaut und die Mieter erhielten einen Schlüssel, mit dem sie die Aufzugstüre öffnen konnten. Das Fahrgefühl im Aufzug war gediegen. Ruhig und elegant bewegte er sich nach oben. Im Jahr 2013 wurde der Lift demontiert (eine Erneuerung war aus Sicherheitsgründen gesetzlich unmöglich) und ein moderner Aufzug eingebaut, allerdings unter Wiederverwendung eines Teils der alten Holzkabine. Zur Geschichte des Hauses: Das Wohnhaus wurde um 1900 erbaut, Auftraggeber war ein Herr György?, der selbst Baumeister war. Vier Stockwerke, auf jedem Stock eine Wohnung mit jeweils ca. 350 m2. Großbürgerliche Wohnungen, gehobene Mieterstruktur, Bauherr wohnte selbst im Haus. Wohnungen sind in jedem Stockwerk in einem anderen Stil gehalten (klassizistisch etc.). Um 1900 war das Haus ein kultureller Treffpunkt, hier verkehrten u.a. Arthur Schnitzler und Hugo von Hofmannsthal. Ab den 1930er Jahren befand sich im obersten Stockwerk die Botschaft des Königreichs Ägypten, später das ägyptische Konsulat. Bis in die 1990er Jahre, dann wurde das Konsulat auf die Hohe Warte verlegt. Die jetzige Hauseigentümerin Frau Rognebakke erbte das Haus in den 1970er Jahren und ließ es seither restaurieren. Derzeit befinden sich im Haus Rechtsanwaltskanzleien und der Verlag Hollitzer, der oberste Stock ist leerstehend. Quellen: Interview mit Margit Rognebakke (7.10.2014) u. eigene Recherchen. (PaP)
Objektbezeichnung
Thema
Maße
Breite: 23.0cm
Tiefe: 14.0cm
Höhe: 40.0cm
Feinerschlossene Gruppen
Permanente URL
https://data.tmw.at/object/595623
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TURTLE