Object - Datensatz
 
Medien
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Identifikator
600488
Inventarnummer
100084
Datensatzart
OBJECT
Standort
K10096
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Sammlungsgruppe
Titel
Kaubamobil
Beschreibung
1955 berichtete die Zeitschrift Motorrad von einem „Kaubamobil“, einem dreirädrigen Prototyp von Otto Kauba, der auf den Straßen Wiens zu sehen sei. („Kaubamobil in flagranti ertappt“, Motorrad 48/1955, S. 1618). Der Untertitel des Artikels „es messerschmittet“ verweist auf die große Ähnlichkeit des Kaubamobils mit dem Messerschmidt Kabinenroller M 175, der seit 1953 in Regensburg produziertwurde. Die Ähnlichkeit zwischen dem Kaubamobil und dem Messerschmidt Kabinenroller ist augenfällig: Auch das Kaubamobil besteht aus zwei Vorderrädern und einem Hinterrad. Die Fahrerkabine mit Plexiglasfront hatte Platz für zwei Personen, Fahrer/in und Beifahrer/in auf zwei hintereinander liegenden Sitzen. Die Lenkung erfolgt mit einem Motorradlenker über die Vorderräder, der Motor ist im Heck eingebaut und treibt das Hinterrad an. Als das Kaubamobil 2016 in die Sammlung kam, wies es eine Reihe von Veränderungen im Vergleich zu den Zeitschriften-Bildern vom Prototyp von 1955 auf: So wurden die Seitenwände nachträglich erhöht, sowie ein Sichtfenster aus Plexiglas und ein Gepäckträger hinten ergänzt. Der Fahrerraum wird durch einen Rohrrahmengerüst nach oben hin abgegrenzt. Schraubverschlüsse auf der Heckabdeckung sowie am Rahmen des Sichtfensters vorne verweisen vermutlich auf eine (ledernde/textile) Abdeckung, die über den Fahrerraum gespannt wurde. Damit wurde das Prinzip des Kabinenrollers , die geschlossene Kabine für Fahrer und Passagier, hier im Gegensatz zum Messerschmidt Kabinenroller nicht mit Plexiglas, sondern mit anderen Materialien erprobt. Zusätzlich wurden Streifen-Lackierungen an den Radabdeckungen vorne und auf der Heckabdeckung hinten in rot und weiß angebracht. Angetrieben wird das Kaubamobil von einem luftgekühlten Rotax-Motor, der im oberösterreichischen Gunskirchen nach einer Lizenz von Fichtel & Sachs aus Schweinfurt gefertigt wurde. Der elektrische Anlasser ist von Sachs, die Hupe von Bosch. Am Armaturenbrett ist oberhalb des Zündschloss der Tacho angebracht, der einen Kilometerstand von 03566km aufweist. Auf der linken Seite am Armaturenbrett befindet sich der Anlasserdruckknopf. Die Schaltung erfolgt über einen Handschaltknüppel rechts. Unter dem aufklappbaren, langgestreckten Sitzkissen für Fahrer und Passagier befand sich die Batterie (nicht mehr vorhanden). Das „Kaubamobil“ ist ein Prototyp, der allen Erkenntnissen nach nie zur Serienreife gelangte. Der Grund hierfür ist nicht bekannt, es kann sowohl die finanzielle Situation des Herstellers eine Rolle gespielt haben wie eventuell auch die große Ähnlichkeit mit dem Messerschmidt Kabinenroller, die womöglich zu Lizenzproblemen hätte führen können.
Objektbezeichnung
Maße
Länge: 285.0cm
Breite: 144.0cm
Höhe: 132.0
Permanente URL
https://data.tmw.at/object/600488
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TURTLE