Object - 2 Datensätze
 
Medien
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Identifikator
138776
Inventarnummer
1428
Datensatzart
OBJECT
Standort
E4,4.24
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Sammlungsgruppe
Titel
Elektrischer Phaeton, Modell Nr. 27, System Lohner-Porsche
Beschreibung
Dieses elektrische Automobil wird mit zwei Radnabenmotoren angetrieben, die in den Vorderrädern des Fahrzeugs angebracht sind. Auf diese Weise sparten die Konstrukteure mechanische Kraftverluste durch Übersetzungen und Getriebe ein und konnten den Wirkungsgrad des elektrischen Motors erhöhen. In der Literatur wird dieser Wirkungsgrad mit bis zu 85% angegeben (Wilhelm Lohner, Lohner-Automobile, Graz 1989 S. 53). Der Nachteil war, dass die Vorderräder durch das Gewicht der Elektromotoren jeweils mindestens 100kg schwer wurden. Für diesen Lohner-Porsche Phaéton wurde ein Gesamtgewicht ohne Nutzlast von 980 kg angegeben. Dabei wogen die beiden Elektromotoren 230 kg und der Akkumulator 410 kg, so dass der elektrische Antrieb insgesamt 640 kg schwer war, die Kutsche 340 kg ("Das Elektromobil Lohner-Porsche", Allgemeine Automobil-Zeitung, 25.Februar 1900, S.5). Gelenkt wurde der Wagen mit Hilfe einer Achsschenkellenkung auf die Vorderräder. Die Reifen an diesem Lohner-Porsche Phaéton sind Attrapen aus Holz, die dem damaligen Luftreifen, die nicht erhalten sind, optisch nachempfunden sind. Die zwei Innenpolmotoren vom sogenannten Type I verfügten laut Lohner Verkaufsprospekt über 3-8 HP. Ihre Leistung wird heute mit je 2,5 PS (1,8 kW) bei 120 Umdrehungen pro Minute angegeben. Als Kraftquelle dienten 44zellige Bleiakkumulatoren mit 60 bis 80 Volt Klemmenspannung und einer Kapazität von 170 bis 300 Ampèrestunden. Der Aktionsradius bei einer Geschwindigkeit von 35 km/h in der Ebene wurde mit 50 km angegeben (Lohner-Verkaufsprospekt). Als Fahrtdauer findet sich bisweilen auch der Eintrag von ca. 3 Stunden. Über den Kontroller-Hebel konnten laut Lohner-Verkaufsprospekt Geschwindigkeitsstufen von 5,13,22 und 32 Kilometer pro Stunde eingestellt werden. Es gab drei verschiedene Möglichkeiten, das Fahrzeug zu bremsen: Zum einen mit Hilfe der elektrischen Reversierbremse mit dem Umschalt bzw. Reversierhebel, der rechts neben dem Fahrersitz liegt, zum anderen durch die elektrische Kurzschlussbremse über den Kontroller-Hebel. Schließlich gab es auch noch eine mechanische Bandbremse auf die Hinterräder, die mit Fußpedale bedient wurde. Die Hersteller empfahlen, bei langen Gefällen abwechselnd mechanische Bandbremse und elektrische Kurzschlussbremse zu nutzen, um eine schädliche Erwärmung zu verhindern. Beim Bergauffahren sollten zusätzliche Sperrklinken in den Bremsscheiben der Hinterräder das Zurückrollen verhindern. Über das Fahrerlebnis berichtet ein Artikel in der Allgemeine Automobil Zeitschrift: " In den vollkommen geräuschlosen, weich gefederten und behaglich gepolsterten Lohner-Porsche- Automobilen glaubt man eher auf einem Schiff als auf einem Wagen zu sein. Es ist nämlich das Gefühl einer sanft gleitenden und nicht das einer rollenden Bewegung, das man im Fond empfindet." Das "System Lohner-Porsche" war das Ergebnis der Zusammenarbeit zwischen Ludwig Lohner und dessen Jacob Lohner & Co. K.u.K. Hof-Wagen- und Automobil-Fabrik einerseits sowie Ferdinand Porsche andererseits, der zuvor als Angestellter der Vereinigte Electricitäts-AG von Béla Egger bei den elektrischen Fahrzeugen "System Egger-Lohner" mitgearbeitet hatte. Der Lohner-Porsche wird in der Literatur auch als "erster transmissionsloser Wagen der Welt" bezeichnet (Hans Seper, Martin Pfundner, Hans-Peter Lenz, Österreichische Automobilgeschichte, Wien 1999, S. 76). Auf der Pariser Weltausstellung 1900 wurde ein Lohner-Porsche Phaéton mit der Goldmedaille ausgezeichnet.
Maße
Länge: 250.0cm
Breite: 150.0cm
Höhe: 220.0cm
Masse: 980.0kg
Permanente URL
https://data.tmw.at/object/138776
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TURTLE
Medien
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Identifikator
595748
Inventarnummer
95652
Datensatzart
OBJECT
Standort
E4,5.25
3540.547619397.68267522.35false
Sammlungsgruppe
Titel
Modell eines Bosch E-Scooters für den asiatischen Markt
Beschreibung
Da in vielen Regionen der Erde Mopeds noch vor den Kraftfahrzeugen die wichtigste Gruppe der motorbetriebenen, individuellen Verkehrsmitteln darstellen, ist gegenwärtig auch in diesem Bereich die Frage der Alternativen zum Verbrennungsmotor virulent. Das Bosch-E-Scooter-Modell greift die Idee des Radnabenmotors - wie sie von Ferdinand Porsche und Ludwig Lohner bereits um 1899 verfolgt wurde - speziell für den asiatischen Raum wieder auf. Dieses Modell dokumentiert somit zum einen die Aktualität des in der Sammlung Straßenverkehr mehrfach anzutreffenden Konzept des Radnabenmotors (Inv. Nr. 1428 von 1900/1902; Inv. Nr. 92428 von 1989) wie auch den Versuch, dieses Konzept durch europäische Hersteller im asiatischen Raum zu etablieren.
Objektbezeichnung
Maße
Länge: 180.0cm
Breite: 70.0cm
Höhe: 115.0cm
Feinerschlossene Gruppen
Permanente URL
https://data.tmw.at/object/595748
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TURTLE