Person/Institution - Datensatz
 
Identifikator
6534
Status
Deskriptor
Name
Plößl, Simon Georg
Nachname
Plößl
Vorname
Simon Georg
Geburtsdatum
19.09.1794
Todesdatum
29.01.1868
Biografie
Wegbereiter der Wiener optischen Industrie. Er absolvierte eine Lehre in der optischen Werkstätte von Johann Friedrich Voigtländer in Wien. Nachdem er zwölf Jahre in der Firma "Voigtländer" gearbeitet hatte, konnte Plößl sich selbständig machen und eröffnete 1823 im Haus seines Vaters einen eigenen Betrieb. Bekannte Naturwissenschaftler (u.a. Franz Joseph Jacquin, Johann Littrow etc.) gehörten zu seinem Kundenkreis, bei dem er auch Vorlesungen besuchte und sich dadurch weitere Kenntnisse aneignete. So konnte er die Optikerprüfung erfolgreich ablegen und als qualifizierter Meister seine Werkstätte führen. 1830 präsentierte Plößl ein Mikroskop, das besonders geschätzt wurde. Es arbeitete mit 25- bis 500facher Vergrößerung. Da Plößl kein sehr hochbrechendes Glas zur Verfügung hatte, erzeugte er sogar Objektivlinsen aus Diamant, um zu einer noch besseren Auflösung zu kommen. Das "Plößl-Mikroskop" verbreitete den Namen seines Schöpfers in ganz Europa. Nach 1832 baute Plößl nach den Plänen von Professor Johann Littrow das erste dialytische Fernrohr. Seine Brillengläser hatten ebenfalls einen ausgezeichneten Ruf. Für die Qualitätsprüfung seiner Brillengläser entwickelte er einen eigenen Apparat. Inhaber der Werkstätte nach Simon Plößls Tod war 1868 Anna Fleckenstein, geborene Plößl, ab 1871 zusammen mit dem k.u.k. Hofoptiker Mathäus Wagner. Ab 1874 führte die Werkstätte M. Wagner alleine, er nahm 1888 M. Josef Wagner mit auf. Im Jahre 1905 lief die Firma auf Marie Wagner. Mikroskope wurden unter dem Firmennamen S. Plössl & Comp. bzw. S. Plössl & Cie bis 1905 weiter produziert. Bis 1882 wurden die eigentlichen, typischen Plößl-Mikroskope angeboten, die Produktion jedoch ab 1875 sukzessive auf die Herstellung von Hufeisenstativen umgestellt. In der Schausammlung der Universitätssternwarte Wien befindet sich ein von Plössl hergestelltes dialytisches Fernrohr mit rund 10cm Objektivdurchmesser und 1.25m Brennweite.
Quelle zur Biografie
http://austria-forum.org/af/Wissenssammlungen/Erfinder/Pl%C3%B6%C3%9Fl,%20Simon