Thesaurus - Datensatz
 
Ariston
Begriff
Ariston
Permanente URL
https://data.tmw.at/thesaurus/48539
SKOS - TURTLE
Begriffsbeschreibung
1882 erhielt Paul Ehrlich ein Patent auf ein mechanisches Musikwerk mit kreisförmigen Notenblättern und baute sein Ariston, eine 24-tönige Harmonika mit durchschlagenden Zungen und Ventilen, die mit einer Kurbel bedient wurde. Das Ariston gehört zur Gruppe der Organetten und ist eine Zungendrehorgel. Beim Drehen der Kurbel dreht sich die Platte, in deren Lochung ein Tastfinger springt. Jeder Tastfinger ist mit einem kleinen Hebel mit einem Ventil der zugehörigen durchschlagenden Zunge verbunden und öffnet es bei Auslösung. Die Metallzungen werden durch die aus dem Blasebalg einströmende Luft in Schwingung versetzt und erzeugen den Ton. Der Wind kommt von zwei alternierend betätigten Blasebälgen, ein Magazinbalg sorgt für gleichmäßigen Druck. Die Länge eines Stückes ist durch die Zeitdauer einer vollständigen Plattenumdrehung vorgegeben und beträgt ca. 45 Sekunden. Das Ariston war vermutlich die am häufigsten gebaute Organette. Diese Instrumente, die in verschiedensten Größen und Ausführungen angeboten wurden, waren im Vergleich zu den mit Stiftwalzen ausgestatteten Drehorgeln relativ einfach gebaut. Verbreitet waren auch Organetten mit ringförmigen Scheiben als Informationsträger. Es hatte fast jeder Hersteller sein eigenes System erfunden, was eine große Zahl an Patentanmeldungen zur Folge hatte. Die erhaltenen Lochplatten und -bänder geben Aufschluss über die Musikvorlieben der damaligen Zeit. Zu manchen Organetten gibt es hunderte bis tausende verschiedene Platten, die sowohl bekannte Lieder des deutschen Sprachraums als auch Volkslieder und Hymnen anderer Kulturregionen enthalten.
Identifikator
48539
Status
Deskriptor
Type
OBJECT