Thesaurus - Datensatz
 
Begriff
Medienmöbel
Permanente URL
https://data.tmw.at/thesaurus/50669
SKOS - TURTLE
Begriffsbeschreibung
In den 1920er Jahren kommt mit dem Radio ein erstes Medienmöbel heraus, das die Lebenswelt der Menschen zu verändern beginnt. Es bringt die ganze Welt in die eigenen vier Wände – ob in Form von Nachrichten, Musik oder Theaterübertragungen. Das Gerät erhält zumeist einen besonderen Platz in der Wohnung – etwa am Regal im Herrgottswinkel –, wo es der versammelten Familie bequemes Zuhören ermöglicht. Im Gegenzug beginnen die Familien ihren Tagesablauf am Programm auszurichten. Nach dem zweiten Weltkrieg kommt mit dem Fernsehen die Welt auch in bildlicher Form ins Heim. Die frühen Fernsehgeräte sind noch schwer und klobig, überaus teuer und bieten anfangs nur einzelne Programmpunkte. Dennoch beginnen sie bald die Sitzmöbel der Wohnzimmer um sich zu gruppieren. Vor dem Hintergrund der anbrechenden Konsumgesellschaft sind sie begehrte Statussymbole. In der zweiten Hälfte der 1950er Jahre kommen luxuriöse Kombinationsgeräte auf den Markt. Oft mit verschließbaren Türen versehen, bieten sie ihren Besitzern mitunter ein Fernsehgerät, ein Radiogerät und einen Plattenspieler. Ab den 1970er Jahren verwandelt sich das Fernsehen endgültig zum Heimkino. Die mittlerweile zur Standardausstattung gehörende Fernbedienung ermöglicht den Zusehern zwischen immer mehr Kanälen, die durch Kabel oder Satellit in die Wohnungen gelangen, zu wählen. Das „Zappen“ verbreitet sich. Mit dem Videorecorder wird es möglich, Programme aufzuzeichnen, um sie später anschauen zu können. Daneben etablieren sich Medienmöbel wie die Stereoanlage mit Einzelkomponenten vom Plattenspieler über den Kassettenrecorder und den CD-Player bis zur Musikanlage mit Internetverbindung, die ebenfalls einen nachhaltigen Einfluss auf den Alltag der Menschen ausüben, die Musikrezeptionskultur der Zeit prägen und ganzen Generationen ihren Stempel aufdrücken.
Identifikator
50669
Status
Deskriptor
Type
OBJECT
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