Thesaurus - Datensatz
 
Röhrenfernsehgerät
Begriff
Röhrenfernsehgerät
Permanente URL
https://data.tmw.at/thesaurus/52005
SKOS - TURTLE
Begriffsbeschreibung
Der zentrale Bestandteil des in den 1930er Jahren entwickelten Schwarzweißfernsehgeräts ist die Elektronenröhre. Das aufzunehmende Motiv wird von ihrem Strahl zeilenweise abgetastet. Je nach Helligkeit verändert sich der Strom des Strahls. Die variierenden Stromimpulse werden auf den Schirm einer Empfängerröhre übertragen, wo sich das Bild zeilenweise wieder zusammenbaut. Die auf den Markt kommenden Schwarzweiß-Modelle sind schwer und klobig und auch nicht sehr benutzerfreundlich. Nach Inbetriebnahme sind Bildfang, Bildstand, Bildkontrast und Bildhelligkeit einzustellen, bevor man sein Programm sehen kann. Da die anfangs mit 43 Zentimeter-Bilddiagonalen gebauten Geräte rund 8.000 Schilling und mehr kosten, kaufen viele Menschen ihr Gerät per Ratenzahlung. Dazu kommt, dass in Österreich eine hohe Fernsehgebühr zu entrichten und das Programm in den ersten Jahren recht dürftig ist. Trotzdem hält das Fernsehgerät Einzug in die Wohnzimmer und beginnt den alltäglichen Tagesablauf der Menschen zu prägen. Der Feierabend wird zum Fernsehabend. Auf der Wiener Herbstmesse des Jahres 1967 sind erste Farbfernsehgeräte aus österreichischer Produktion zu sehen. Ein Modell um 19.980 Schilling zählt zu den günstigsten. Ab 1969 werden in Österreich regelmäßig Sendungen in Farbe ausgestrahlt. Problematisch an den teuren Farbgeräten ist der Umstand, dass die Bildeinstellung am Gerät noch komplizierter ausfällt, da nun jeweils auch ein Farbwert einzustellen ist. Man dreht den "Farbsättigungsregler" und den "Farbtonregler" zunächst auf Null und stellt Helligkeit und Kontrast im schwarzweißen Zustand ein. Dann wählt man an den Farbreglern, in Anbetracht der Gesichter am Bildschirm, ein zartrosafarbenes Mittelmaß zwischen "Bleichgesichtern" und "Rothäuten". Spätere Modelle verfügen über eine elektronische Steuerung.
Identifikator
52005
Status
Deskriptor
Type
OBJECT
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