Begriffsbeschreibung
In den Jahren nach dem Zweiten Weltkrieg verbreiten sich tragbare Röhrenradios, ausgestattet mit einem Tragegriff. Sie sind klein und leicht und verfügen über Anodenbatterien, deren Größe mittlerweile so weit reduziert ist, dass sie im Gerät untergebracht werden können. Mit Empfängern wie diesen wird das Radiohören unterwegs möglich – ob bei einem Ausflug oder auf einer Reise. Das ursprünglich auf den fixen Standort des Radiogeräts und auf bestimmte Sendezeiten beschränkte Programm verwandelt sich mehr und mehr in einen Ganztagesbegleiter für Hörerinnen und Hörer. Voraussetzung dafür ist ein entsprechend dichtes Netz aus Radiosendern, die auch die Regionen abseits der großen Städte mit Programm versorgen.
Ab den 1950er Jahren lösen Transistoren allmählich die Röhren als wichtigste Bauteile von Radios ab. Dank der winzigen Transistoren, die es erlauben, Radios immer kleiner und leichter zu bauen, kommen tragbare Modelle, genannt „Portables“, heraus. Aufgrund ihres geringeren Stromverbrauchs können sie mit einfachen, billigen Batterien betrieben werden. Die teure Anodenbatterie früherer Tage wird obsolet. Typische Modelle messen gerade einmal 20 mal 15 mal 5 Zentimeter, wiegen nur rund ein Kilo und verfügen zumeist über einen Tragegriff. Bestückt mit Stabbatterien, bieten sie rund hundert Stunden Batteriebetrieb. Ein solches Radio kostet allerdings rund 1.300 Schilling. In weiterer Folge kommen Radios auf den Markt, die nur noch Manteltaschengröße haben. Tragbare und Taschenradios können überall hin mitgenommen werden – auf Ausflüge, in den Urlaub, im Auto, auf dem Motorroller oder auch am Fahrrad. Es ist nicht zuletzt die Jugend der Wirtschaftswunder-Epoche, die das Transistorradio als ein Symbol für Ungebundenheit für sich entdeckt. Eine zusätzliche Funktion erhält der Portable durch Integration eines Kassettenrecorders, später auch eines CD-Players, um die eigene Musiksammlung auch unterwegs spielen zu können. Am Ende kommen digitale Portables auf den Markt, die auf endlose Musiksammlungen auf eigenen Speichern oder direkt im Internet zurückgreifen.