Begriffsbeschreibung
Das N-Wort ist ein rassistischer Begriff, der Schwarze Menschen bezeichnet. Um den Begriff und damit verknüpften Vorstellungen nicht zu reproduzieren, wird er als „N-Wort“ geschrieben. Die Bezeichnung geht auf lateinisch niger, spanisch und portugiesisch negro sowie französisch négre zurück und wurde von spanischen und portugiesischen Sklav:innenhändlern benutzt, um pauschal Afrikaner:innen zu bezeichnen. Rassentheorien nahmen eine Trennung Afrikas in den weißen Norden und „Schwarzafrika“ vor, die mit einer ideologischen Wertung einherging: Afrika nördlich der Sahara wurde aus einer weißen Perspektive mit einem gewissen Maß an Kultur und Geschichte (etwa Ägypten als Hochkultur) besetzt, während Afrika südlich der Sahara als „dunkler, geschichtsloser und unzivilisierter“ Kontinent gedacht wurde. Ursprünglich bezieht sich das N-Wort auf die Hautfarbe von Menschen und stellt so Identität über Pigmentierung her. Dabei handelt es sich aber nicht um natürlich gegebene, biologische Kategorien, sondern um Manifestationen von weißer Macht. Dabei gilt weiß-sein als Norm. Das N-Wort wird von Schwarzen Theoretiker:innen als ein weißes Konzept betrachtet, welches versucht, Schwarze Menschen in einer kolonialen Ordnung festzuschreiben. Als Gegenbegriffe wurden verschiedene Bezeichnungen wie Schwarz (mit großem S), PoC oder BiPoC entwickelt, die alle nicht auf Hautfarbe basieren, sondern auf der geteilten Erfahrung rassistischer Diskriminierung.