Begriffsbeschreibung
Ethnozentrismus bezeichnet eine Wahrnehmungs- und Bewertungsweise, bei der die eigene Kultur, Herkunft oder Zugehörigkeit als Maßstab dient, um andere Kulturen, Praktiken, Weltanschauungen oder soziale Gruppen zu beurteilen. Die eigene Lebensweise erscheint dabei als selbstverständlich, „normal“ oder überlegen. Ethnozentrismus kann sowohl in positiven Zuschreibungen als auch in Abwertungen zum Ausdruck kommen. Häufig geht er mit einer Bevorzugung der eigenen Gruppe („in-group bias“) einher und führt zur Reduktion anderer Gruppen auf vermeintliche kulturelle oder ethnische Unterschiede, etwa in Sprache, Religion, Verhalten oder Bräuchen.