Thesaurus - Datensatz
 
Zuschreibung (kolonialer Kontext)
Begriff
Zuschreibung (kolonialer Kontext)
Permanente URL
https://data.tmw.at/thesaurus/68306
SKOS
Begriffsbeschreibung
Zuschreibung bezeichnet den Prozess, bei dem Individuen oder Gruppen bestimmte Eigenschaften zugeschrieben werden. Dieser Prozess orientiert sich an gesellschaftlichen Normen und Werten und greift häufig auf Stereotype zurück. Zuschreibungen tragen wesentlich zur Konstruktion und Stabilisierung sozialer Unterschiede und Hierarchien bei. Besonders wirksam sind sie, wenn sie an sichtbare körperliche Merkmale gekoppelt sind, da sie dadurch als vermeintlich „objektiv“ oder „real“ erscheinen. Zuschreibungen sind wertend, da sie der sozialen Einordnung von Menschen dienen – ob implizit oder explizit anhand sozial und kulturell erlernter Bewertungsmechanismen. Zuschreibungen tragen zur Festigung von Machtdynamiken in kolonialen und rassistischen Kontexten bei. Sie erzeugen oder reproduzieren koloniales Wissen, das Unterschiede anhand von Kategorien wie „Rasse“, „Kultur“ oder anderen Klassifizierungssystemen hierarchisch ordnet. Der „weiße Westen” erscheint dabei als höchste Stufe der menschlichen Entwicklung, während jegliche Abweichung davon als Ausdruck von Unterlegenheit ausgelegt wird.
Identifikator
68306
Status
Deskriptor