Begriffsbeschreibung
Eine Fremdbezeichnung ist ein Name, den eine Gruppe für eine andere Gruppe verwendet, ohne dass diese ihn selbst gewählt hat. Viele Fremdbezeichnungen sind in historischen Kontexten entstanden, die von Machtungleichheiten, Vorurteilen oder kolonialer Fremdwahrnehmung geprägt waren. Daher werden Begriffe wie Indianer (als Bezeichnung für indigene Bevölkerungsgruppen Amerikas) oder Eskimo (als Bezeichnung für indigene Menschen in arktischen und subarktischen Räumen) heute oft als diskriminierend verstanden. Viele Fremdbezeichnungen sind fester Bestandteil unserer Sprache, oft ohne Bewusstsein über ihre problematische Herkunft. Auch wenn Fremdbezeichnungen von vielen Gruppen als diskriminierend abgelehnt werden, gibt es Ausnahmen: Manche Gruppen eignen sich solche problematischen Begriffe im Sinne von Selbstermächtigung (Empowerment) an und „erobern“ sie sprachlich zurück (Reclaiming). Heute gilt es als Standard, die von (historisch) diskriminierten Gruppen selbst gewählten Bezeichnungen zu verwenden, um Respekt auszudrücken.