Thesaurus - Datensatz
 
Begriff
Lessepssche Migration
Permanente URL
https://data.tmw.at/thesaurus/68840
SKOS
Begriffsbeschreibung
Die Lessepssche Migration bezeichnet die Ausbreitung mariner Arten zwischen dem Roten Meer und dem Mittelmeer über den Suezkanal, benannt nach dessen Erbauer Ferdinand de Lesseps. Hauptursache ist das Fehlen von Schleusen, wodurch physische Barrieren entfallen. Dieses Merkmal geht auf die technische Planung des Ingenieurs Alois Negrelli zurück. In den ersten Jahrzehnten nach der Eröffnung des Kanals (1869) war die Migration von Organismen zunächst durch den hohen Salzgehalt der Bitterseen als natürliche Barriere eingeschränkt, nahm aber mit der Angleichung der Salzkonzentration deutlich zu. Die Wanderung verläuft überwiegend vom Roten Meer ins Mittelmeer; eine Gegenwanderung ist selten. Die Klimaerwärmung verstärkt die Ansiedlung tropischer Arten und beeinflusst Biodiversität und ökologisches Gleichgewicht nachhaltig. Auch der intensive Schiffsverkehr durch den Kanal trägt dazu bei, die Migration von Organismen (etwa durch Ballastwasser oder als blinde Passagiere) zu verstärken. Es sind mittlerweile rund 1000 Arten als „Lessepssche Migranten“ im Mittelmeer erfasst; jährlich kommen etwa drei weitere hinzu. Genauere Angaben fehlen, da eine systematische meeresbiologische Erhebung vor dem Kanalbau nicht stattfand.
Identifikator
68840
Status
Deskriptor