Begriffsbeschreibung
Dekolonisierung bezeichnet den über die politische Unabhängigkeit hinausgehenden, bis in die Gegenwart fortwirkenden Prozess der kritischen Auseinandersetzung mit kolonialen Machtverhältnissen, Wissensordnungen und Wahrnehmungsweisen. Sie zielt darauf ab, jene Strukturen, Ideologien und Institutionen zu verändern, die auch nach der formalen Dekolonisation fortbestehen, und umfasst damit politische, ökonomische, kulturelle und epistemische Dimensionen. Dekolonisierung bedeutet, koloniale Logiken in Sprache, Wissen, in sozialen Beziehungen und zwischenmenschlichen Interaktionen zu erkennen, zu verlernen und alternative Formen des Wissens und Zusammenlebens zu ermöglichen.